Energieeffizienz Initiative Chiemgau

Ein ehrgeiziges Ziel hat der Landkreis Traunstein stets im Blick: Bis 2020 sollen 100 Prozent des Strombedarfs der Privathaushalte und kleineren Betriebe mit regenerativen Energien gedeckt werden, bis 2025 auch in großen Gewerbebetrieben und in der Industrie. Sie verbrauchen zwei Drittel des benötigten Stroms im Landkreis. Damit Betriebe ihre Energieeffizienz verbessern, gab es in den Jahren 2012 bis 2016 das bundesweite „Lernende Energieeffizienz Netzwerk“, kurz LEEN, das großen Anklang fand. „Die Betriebe haben vom Netzwerk profitiert. Den Gedanken wollen wir fortführen, aber so anpassen, dass möglichst viele Unternehmen aus der Region sich beteiligen“, so Dr. Birgit Seeholzer, die Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreises. Eine Weiterführung ist das Energieeffizienz Netzwerk Chiemgau. Anders als beim LEEN, gebe es keine feste Zielsetzung, der Erfahrungsaustausch steht im Vordergrund. „Das ist genau der Mehrwert, den ein regionales Netzwerk bieten kann.“

19 mittelständische Unternehmen - allesamt energieintensive Betriebe - sind zum Start des Energieeffizienz Netzwerks Chiemgau dabei. Dr. Birgit Seeholzer betont, dass es sich um ein offenes Netzwerk handele, dem jederzeit interessierte Firmen beitreten können. Geplant sind vierteljährliche Treffen zum Erfahrungsaustausch. Es wird Vorträge geben und Besichtigungen von Firmen, die ihre Energieeffizienz durch konkrete Maßnahmen steigern konnten. Zur Auftaktveranstaltung traf man sich bei der Firma Regnauer in Seebruck. Markus Spangler von der Bayernwerk Natur GmbH referierte über Neuerungen im Bereich BHKW-Nutzung und künftige Einsparpotentiale. Dr. Willie Stiehler stellte die neu gegründete Energieagentur Südostbayern GmbH vor. Außerdem informierten Engelbert und Michael Regnauer über umgesetzte Energieeffizienzmaßnahmen in ihrem Familienunternehmen. So habe man unter anderem im Bereich der Produktionshalle bei der Gebäudedecke und Belüftung, sowie bei der Beleuchtung modernisiert und dadurch auch zum Wohlfühlklima und besseren Arbeitsschutz beigetragen. Das neu errichtete Vitalbüro-Gebäude im Passivhausstandard benötige keine Heizung und nur im Sommer ein geringes Maß an Kühlung - trotz der großen Glasfronten. Der Gebäudeschutz mit Verschattung funktioniere bestens, so Regnauer. Hier ist auch ein innovatives Büroplanungskonzept für die eigenen Mitarbeiter umgesetzt. Nicht nur im Einfamilien- auch im Gewerbebau kann mit dem Holzfertigbau ein nachhaltiges Gebäudekonzept bis hin zum Plusenergiehaus umgesetzt werden.