Botschafter der Wirtschaftsregion Chiemgau

Vergangenes Jahr zeichnete Landrat Siegfried Walch sieben Unternehmen für ihre Innovationskraft in Grassau mit dem neuen Preis des Chiemgauer Wirtschaftspanthers aus. Beim Sommerempfang der Wirtschaft in Ising legte der Landkreischef jetzt noch eins drauf.

Die Firmen aus dem Landkreis dürfen sich künftig "Botschafter des Chiemgaus" nennen und die Wirtschaftsregion Chiemgau als innovativen ländlichen Raum mit besten Zukunftschancen repräsentieren. Die Auszeichnung nahmen Vertreter der Unternehmen Wimmer Carbontechnik aus Traunstein, Serva Transport Systems aus Rosenheim, Schlossbrauerei Stein aus Stein an der Traun, Jensen Classics aus Grassau, Bäckerei Schuhbeck aus Ruhpolding, Schreinerei Daxenberger aus Seeon und der Zimmerei Dufter aus Inzell entgegen.

In seinem Grußwort erinnerte Landrat Siegfried Walch daran, dass der Landkreis Traunstein mit einer Arbeitslosenquote von 2,5 Prozent quasi Vollbeschäftigung habe. Die Exportquote der Unternehmen liege über dem bayerischen Durchschnitt. Wer den Wohlstand von morgen bewahren wolle, müsse aber schon heute daran arbeiten. Dafür brauche es "Menschen, die die Initiative ergreifen und etwas wagen". Aus diesem Grund verstehe sich auch das Landratsamt als kalkulierbarer Partner der Wirtschaft, der Sicherheit und Beratung biete.

In diesem Sinne verstehe er auch die neu organisierte Wirtschaftsförderung als Netzwerkpartner, der im neuen Regionalmanagement die Themen Tourismus, Landwirtschaft oder erneuerbare Energien mit einbinde. Angesichts der bevorstehenden digitalen Revolution sei der Breitbandausbau ebenso ein zentrales Thema im Landkreis.

Die digitale Durchdringung aller Lebensbereiche griff auch Maximilian Irlbeck auf. Er ist bereits seit der Gründungszeit Mitarbeiter des von der Staatsregierung initiierten Zentrums Digitalisierung Bayern auf dem Forschungscampus in Garching bei München. Die Ende 2015 gegründete Einrichtung mit 20 Mitarbeitern arbeitet als Impulsgeber sowie Forschungs-, Netzwerk- und Gründungsplattform mit Unternehmen, Wissenschaft, Verbänden und öffentlichen Einrichtungen zusammen. Ziel ist die Unterstützung beim Vorantreiben unterschiedlicher Digitalisierungs-Prozesse im Freistaat.

Irlbeck erklärte, dass derzeit 20 neue Professuren die Wissensvermittlung und Forschung unter anderem zu den Themen Digitalisierung in der Produktion, vernetzte Mobilität, Gesundheit und Telemedizin, Energieversorgung und Cybersicherheit voranbringen sollen. Mithilfe unterschiedlicher Förderprogramme versteht sich das Zentrum auch als Ansprechpartner für Gründungsinitiativen.

Wie der schrittweise Weg von der Gründung "auf der grünen Wiese" zu einem erfolgreichen Maschinenbau-Unternehmen für die Halbleiterindustrie aussehen kann, schilderten die beiden Geschäftsführer Andreas Flieher und Michael Hascher von der in Chieming ansässigen Firma Endutec Maschinenbau Systemtechnik.

Das Unternehmen hat mittlerweile zehn Mitarbeiter und vollständig digitalisierte Konstruktions- und Fertigungsprozesse, die auf synchronisierte Datenstämme zugreifen. "Alle Maschinen bilden den Status in Echtzeit ab", erklärte Flieher. Mittlerweile ist das Unternehmen sogar an der Umsetzung eines Mondmobils beteiligt.